Eines der Meerestiere die eigentlich jeder einmal sehen möchte ist der majestätische Mantarochen. Wie riesige Vögel bewegen sie sich durch die Unterwasserlandschaft und gleiten durchs blaue Wasser. Es gibt kaum einen besseren Platz als die Malediven um diese Tiere beobachten zu können. Dank unserer österreichischen Meeresbiologen, die hier auf den Malediven arbeiten, bekommen wir die Koordinaten von einer Manta-Putzerstation. Dort sind oft die sogenannten Riff-Mantas (Manta alfredi) anzutreffen, da sie sich gerne von Putzerfischen die Parasiten von der Haut picken lassen. Manche kommen anscheinend zu einer gewissen Jahreszeit sogar täglich vorbei. Also suchen wir uns am Außenriff von Rasfari Faru einen schönen Block an dem wir die Pakia tea vertäuen (so vermeiden wir Ankerschäden am Riff) und warten. Schon bald können wir den dunklen Schatten eines Mantas erkennen. Die geringe Wassertiefe von nur 2 bis 5 Meter eignet sich hervorragend zum Schnorcheln. Deshalb kommen auch immer wieder Boote vom nahe gelegenen Bodu Hiti Resort vorbei. Da wir hier aber länger bleiben können, gelingt es uns die Menschenaufläufe im Wasser zu meiden.
Unsere Geduld wird mit mehreren Mantas belohnt und wir können die Zeit im Wasser mit ihnen ausgiebig genießen. Bei einer Gelegenheit werden wir eng umkreist, die Riesen kommen bis auf Armlänge an uns heran. Das passiert nur deshalb, weil wir uns komplett ruhig verhalten und kaum mit den Flossen schlagen. Berührungen sind natürlich tabu, was aber leider viele Schnorchler nicht ernst nehmen und sie trotzdem zu streicheln versuchen. Dadurch werden sie aber gestört und kommen irgendwann nicht mehr an diese Stellen zum Putzen. Positiv fällt uns auf, dass uns auch ein Guide vom Resort ermahnt, die Tiere nicht zu betatschen.
Wir machen sogenannte ID-Photos, die wir Manta-Trust zukommen lassen. Eine tolle Non-Profit Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Populationsdynamik und Verhalten dieser faszinierenden Knorpelfische besser zu verstehen. Damit wollen sie zu deren Schutz beitragen. Einige Populationen sind mittlerweile stark bedroht, vor allem durch die hohen Preise, die ihre Kiemenreusen in China erzielen...
Manta Trust hat einen beachtlichen weltweiten ID-Katalog angelegt, der öffentlich zugänglich ist. Und es kann auch jeder dazu beitragen. Auf der Unterseite hat jeder Manta nämlich eine charakteristische Zeichnung und man kann durch ein Photo von der Unterseite auch das Geschlecht gleich erkennen.
Wir sehen an zwei Tagen insgesamt 7 verschiedenen Individuen. Das größte Tier war ein schwangeres Weibchen. Mantas sind lebend gebärdend (Ovovivipar) und bringen eines oder manchmal zwei Junge zur Welt. Dank Manta-Trust wissen wir jetzt sogar die Namen „unserer“ Mantas. Einer davon heißt Sundowner – wie passend – die anderen Cocktail, Toblerone, Scorpio, Split und Shiraz, das Weibchen Carolina.
Wir genießen die Zeit sehr - hierher kommen wir auf jeden Fall wieder und hoffen noch mehr von diesen fantastischen fliegenden Teppichen zu begegnen

Manta at cleaning station
Manta from above
Manta ID picture - 'Cocktail'
Manta with open mouth

project manaia

Krüss Mikroskope