Am Sonntag dem 24.01. oeffnete sich endlich ein Wetterfenster um uns aus dem Windloch Simons Town zu entlassen. Wir umrundeten bei gutem Wind aus noerdlicher Richtung das Kap der Guten Hoffnung - Cape Hope. Leider hatten wir uns fuer eine Umrundung mitten in der Nacht entscheiden muessen und so war von der herrlichen Szenerie ausser dem Leuchtfeuer und einer Silhuette nicht viel zu sehen. Perfekt getimed drehte der Wind auf Sued und wir konnten wieder bei achterlichem Wind die Kueste entlang nach Kapstadt segeln. Leider hielt diese Windrichtung nur knapp 24 Stunden an so dass wir beschlossen, fuer zwei Tage bei Robben Island vor Kapstadt zu warten. Am gleichen Tag verliessen mit uns weitere 7 oder mehr Boote Simons Town nach wochenlangem Warten auf guenstige Segelbedingungen aus der False Bay raus.
Robben Island ist eigentlich Sperrgebiet, wegen seiner geschichtlichen Bedeutung. Auf der frueheren Gefaengnisinsel waren zu Zeiten der Arpartheid viele politische Gefangene, unter anderem auch Nelson Mandela, lange eingesperrt. Mittlerweile ist sie zu einem Museum umfunktioniert, zu dem jeden Tag Menschenmassen auf Ausflugsbooten kommen. Es ist der einzige Ankerplatz in der Gegend an dem man bei Nordwind geschuetzt ist und somit unsere einzige Moeglichkeit. Unseren Informationen dach bekommt man als Yacht aber eine Ausnahmegenehmigung, wenn man vorher hoeflich fragt. Nach vielen Versuchen jemanden ueber Funk auf der Insel zu erreichen gehen wir vor Anker und warten ob sich jemand blicken laesst. Am naechsten Morgen taucht ein Schlauchboot mit offiziell wirkenden Insassen auf, die uns darauf aufmerksam machen, dass hier eigentlich kein Ankerplatz ist. Nach Erklaerungen unserer Seite duerfen wir aber fuer die naechsten Tage hier bleiben. Manche Ausflugsboote scheinen mit uns nicht sehr Gluecklich zu sein, sie hupen, nehmen kurzzeitig direkt Kurs auf uns und versuchen, uns moeglichst hohe Bugwellen zu schicken. Eigenartig boshaft, wir sind niemandem im Weg und unsere Boote Pakia tea und Felix werten die Kulisse der Gefaengnisbaracken doch eindeutig auf :-)

Humpback Whale in front of Cape Town
Seals waving good bye
Humpback Whale right next to Pakia tea
Atlantic sunrise

Abgesehen von den vielen Seehunden die sich an der Oberflaeche ausruhen, bieten junge Buckelwalen (Megaptera novaeangliae) bei der Nahrungssuche ein tolles Spektakel. Sie scheinen den Sommer ueber hier zu verbringen und schwimmen neben unserem Boot auf und ab um die vielen kleinen Planktonorganismen aus dem Wasser zu filtern. Schon am fruehen Morgen werden wir durch die lauten Atemgeraeusche aufgeweckt und haben dann ein aufregendes Fruehstuecks-Fernsehen. Das ganze vor der beeindruckenden Kulisse des Tafelberges - wir geniessen es, endlich wieder vor Anker zu sein!
Nach 3 Tagen dreht der Wind wie vorhergesagt und wir koennen los auf unsere erste grosse Etappe ueber den Atlantik. Das Wetter ist herrlich sonnig, die Wellen schoen von hinten und der Wind genau richtig fuer unsere Pakia tea. Und so sind wir inzwischen 6 Tage unterwegs, haben fast schon 1.000 Seemeilen hinter uns und befinden uns inzwischen in der UTC-Zeitzone. Die Wassertemperatur ist endlich wieder in den Zwanzigern und steigt langsam nach oben. Das Bordleben und die Nachtwachen funktionieren reibungslos und wir hoffen, dass es bis zu unserem ersten Zwischenstopp in Ascension so weiter geht.

project manaia

Krüss Mikroskope