• Aufmerksam zu machen
  • Akzeptanz für Schutzgebiete zu erhöhen
  • Wissen an alle Interessierten und Beteiligten zu vermittlen
  • Forschung und Citizen Science zu unterstützen und zu ermöglichen

Interessiert? Komm' an Bord - oder schreib' uns ein paar Zeilen ...

Around Planet Ocean - Route

>>zur gesegelten Route ...

    GEPLANTE ROUTE:

  • (1) Apr.-Nov. 2019: Gulf of California

  • (2) Nov. 2019: Islas Revillagigedo

  • (3) Dez. 2019-Jan. 2020: Galapagos

  • (4) Feb. 2020: Rapa Nui

  • (5) März 2020: Pitcairn

  • (6) Apr.-Mai 2020: Gambier

  • (7) Juni-Juli 2020: Tuamotus

  • Fortsetzung folgt ...

  • BLOG:

Ein Juwel in der Sea of Cortez ist die kleine, flache Isla Rasa. Sie hat eine interessante Geschichte und wurde schon recht früh als schützenswert erkannt. Jedes Jahr im Frühjahr nutzen hunderttausende brütende Seevögel jeden geeigneten Quadratzentimeter der flachen, sandigen Ebenen für ihre Nester. Seit dem 19. Jahrhundert wurden hier tonnenweise Guano abgebaut und die Eier der Seevögel kommerziell gesammelt. So kam es Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer drastischen Reduktion der Population auf wenige tausend Individuen. Deswegen beschlossen einige mexikanische und US-amerikanische Wissenschaftler ein Schutzgebiet einzurichten, das bereits 1964 beschlossen wurde. 1978 wurde dieses dann in das größere Schutzgebiet der Inseln im Golf von Kalifornien integriert. Schon seit 1979 untersuchen Wissenschaftler die Seevogelpopulation der Insel. Einen wichtigen Anteil am Schutz hatte das Ausrotten der Hausmaus und der schwarzen Ratte. So erholte sich zum Beispiel die Population der Schmuckseeschwalbe (Thalasseus elegans) von nur mehr 30.000 im Jahre 1979 auf 180.000 in 2004.

Als wir vor der Isla Rasa ankern, werden wir von großen Gruppen der Heermannmöwen und Schmuckseeschwalben begrüßt. Wir wollen natürlich an Land und uns die Vogelpopulation aus der Nähe ansehen. So fahren wir mit dem Dinghy auf die Nordseite und landen in einer seichten Lagune an. Davor entdecken wir noch ein Nest von Fischadlern (Pandion haliaetus) auf einigen hohen Felsen am Strand. An Land werden wir von der Ornithologin Enriqueta Velarde begrüßt, die jedes Jahr drei Monate auf der Insel verbringt. Wochenweise sind auch Studenten von ihr anwesend, um Forschungsarbeiten auszuführen. Sie erzählt uns gleich, dass sich die Brutsaison im Moment in einer kritischen Phase befindet. Die Jungen sind bereits geschlüpft aber noch sehr schwach. Wenn sie aus einem Grund ihre direkte Revierumgebung verlassen, werden sie oft Opfer anderer Vögel, die sie als Eindringlinge sehen und tot hacken. Sie bittet uns daher nur auf dem Pfad zum Forschungshaus und der unmittelbaren Umgebung des Gebäudes zu bleiben. Das reicht uns vollkommen, denn von hier hat man einen tollen Ausblick auf einen Teil der Nistpopulation der Heermannmöwen (Larus heermanni). Auch rund um das Haus kann man Küken und deren Eltern sehen. Sie nisten auf und um die vielen Steinhügel, Relikte des Guanoabbaus. Wir beobachten eine Heermannmöwe, die ihre zwei Jungen verteidigt und dann später auch füttert. Die zwei Küken sind verschieden groß, dass passiert, wenn eines vor dem anderen schlüpft. Bis zu drei Eier können ausgebrütet werden. Enriqueta erzählt uns, dass bis zu 50 % der Küken jedes Jahr sterben. In El Nino Jahren sind es sogar noch mehr (bis 90 %), weil dann die großen Sardinen und Anchovis Schwärme ausbleiben, von denen sich die Möwen in dieser Zeit hauptsächlich ernähren. Langfristig geht die Population der Heermannmöwen und der Schmuckseeschwalben momentan leider zurück, da es seit 10 Jahren immer wieder zu El Ninos kommt und die Sardinen- und Anchoviesfischerei im Golf von Kalifornien zunimmt.

Wir sind seit Ende April die ersten Besucher, d.h. nicht sehr viele Menschen verirren sich zu dieser einsamen Insel. Den ForscherInnen ist es lieber, Besucher kommen zur Zeit des Nestbaues und während des Bebrütens der Eier. Dann kann man sogar durch die Brutkolonie spazieren. Trotzdem sind wir froh, die kleinen Küken sehen zu dürfen und beobachten fasziniert die tausenden Vögel.

Die Brutkolonie der Schmuckseeschwalben (Thalasseus elegans) kann man vom Haus aus nicht sehen, sie befindet sich in einem anderen der kleinen, flachen Täler. Auch die Forscher gehen dort im Moment nicht hin, um den Küken die größtmögliche Überlebenschance zu geben. Mit dem Dinghy fahren wir aber bei einer kleinen Kolonie der Königsseeschwalbe (Thalasseus maxima) langsam vorbei und können zumindest einen kurzen Blick auf diese Brutkolonie werfen.

Zur Zeit sind es etwa 260.000 Hermannmöwen (ca. 95 % der weltweiten Population) und 180.000 Schmuckseeschwalben (90-97 % der weltweiten Population) sowie 15.000 Königsseeschwalben. Diese drei Vogelarten befinden sich nur während der Brutphase auf der Insel und verteilen sich zwischen Juli und Jänner von Südkanada bis Mexiko (Heermannmöwen) bzw. den ganzen Südamerikanischen Pazifik (Schmuckseeschwalben). Erst zu Beginn der Fortpflanzungssaison tauchen sie hier um die Isla Rasa wieder auf. Die Schmuckseeschwalben nisten aus dem Grund direkt neben den Heermannmöwen, weil diese recht aggressiv ihr Revier verteidigen und somit Raubvögel auch von deren Nestern abhalten.

Die Forscher, die während der Brutsaison auf der Insel stationiert sind, sind sehr wichtig, um die Vögel in der Fortpflanzungszeit zu schützen und sie vor Störungen durch den Menschen zu bewahren. Wir hoffen, dass dieser besondere Platz den Seevögeln noch lange Zeit erhalten bleibt und der Überfischung Einhalt geboten werden kann.

project manaia

Krüss Mikroskope